Hausmeister mit Herz

22. Juli 2021 | Wir im Blickfeld

Wer in unseren Häusern oder auf dem Gelände ein fröhliches Pfeifen wahrnimmt, ist vielleicht in der Nähe von Lukas Ittner. Auch, wenn man ihn in der Regel als fröhlichen Menschen begegnet, ist es nicht er, der dieses Lied trillert, sondern sein Handy. Die Melodie kennen die meisten bereits gut, denn als Hausmeister und Baubegleiter ist der gelernte Tischler immer sehr gefragt – bei Mieterinnen und Mietern, Baufirmen sowie Mitarbeitenden. Heute erzählt er uns etwas über seinen Arbeitsalltag.

Herr Ittner, was sind Ihre Aufgaben im Blindenhilfswerk Berlin e.V.?

Ich bin erst einmal der Hausmeister, der sich um die Probleme in den Häusern und auf dem Gelände kümmert. Vieles erledige ich selbst, für einiges organisiere ich Firmen, die die Mängel beseitigen.

Darüber hinaus bin ich auch für die Bestands-, Sanierungs- und Umbauarbeiten zuständig. Sowas plane ich und erstelle ein Leistungsverzeichnis. Die Angebotsvergabe, der Vergleich der Angebote und die Weiterleitung der Auftragsvergabe an die Hausverwaltung liegen ebenso in meiner Verantwortung.

Sie sind jetzt ein bisschen mehr als ein Jahr beim Blindenhilfswerk Berlin e.V. Wie wurden sie zu Beginn von den Mieterinnen und Mietern aufgenommen und wie ist der Kontakt heute?

Ich wurde sehr offen begrüßt, was den Start einer neuen Arbeit natürlich erleichtert. Davor hatte ich über 35 Jahre lang als Tischler gearbeitet, wo ich auch immer Kontakt zu Mieterinnen und Mietern hatte, allerdings zu keinen mit Seheinschränkungen. Weil der Umgang von Anfang an so unkompliziert war und auf Augenhöhe stattfand, war das nie wirklich ein schwieriges Thema. Wie man zum Beispiel richtig führt, wurde mir schnell gezeigt. Heute ist der Umgang immer noch sehr aufgeschlossen. Gewachsen ist das gegenseitige Vertrauen.

Was mögen Sie besonders an Ihrem Arbeitsalltag?

Ich mag vor allem den Umgang mit den Menschen hier. Mit den Mieterinnen und Mietern kommt man oft richtig gut ins Gespräch. Wir reden übers Leben, übers Wetter, über Fußball – ganz egal. Für diesen Austausch kann ich mir auch die Zeit nehmen, weil es bei unserer Arbeit eben nicht nur um das reine Erledigen von Aufgaben geht.

Was mir ebenfalls gefällt, ist die Vielfalt meines Tätigkeitsbereiches. Ich übernehme beispielsweise Maler-, Tischler-, Schlosser- und auch Klempnerarbeiten. Dabei kann ich mir die Zeit selbst einteilen.

Zu guter Letzt passt es auch mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Wir sind einfach ein Team. Da funktioniert die Zusammenarbeit und macht Spaß.

Die meisten Mieterinnen und Mieter sind blind oder haben eine starke Seheinschränkung. Brauchen Sie deshalb besondere Eigenschaften oder besonderes Können für ihren Job?

Ich bin natürlich viel in den Wohnungen der Mieterinnen und Mieter. Da muss man mir sehr vertrauen können. Wie ich schon gesagt habe, ist mir ein offener Umgang sehr wichtig – das ist eine gute Grundlage dafür!

Gab es Situationen, die sie besonders beeindruckt haben?

Ja, einige sogar. Ich finde es jedes Mal eindrucksvoll, wie Menschen mit Seheinschränkungen ihre Sinne zur Orientierung nutzen. Wir haben zum Beispiel mal die Showdownplatte mit dem Auto transportiert, um sie an anderer Stelle aufzustellen. Die beiden Personen, die mir halfen, waren komplett blind. Ich fand es wirklich bemerkenswert, wie sie sich mit Schnipsgeräuschen zurechtfanden und einschätzen konnten, wo das Auto steht und wie weit es entfernt ist.

Das Bild zeigt Elfi Schwab.
Ihre Ansprechpartnerin

Elfi Schwab

030 / 790 13 99 17

e.schwab@blindenhilfswerk-berlin.de

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